Kleine Forscher unterwegs

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Bad Oldesloe

Ein Mitglied des NABU Bad Oldesloe entdeckte die Trinkhilfen für Vögel und Insekten bei einem Besuch in Hamburg auf dem Ohlsdorfer Friedhof – es waren Holzkreuze in den Schöpfbrunnen. Durch Nachfragen erfuhr die Frau, dass diese nach dem extrem heißen Sommer 2018 für durstige Vögel und Insekten als Lande- und Trinkplatz eingesetzt wurden. In Oldesloe nahm sie Kontakt auf zur Leiterin der Jugendgruppe JUNa von den Naturschutzverbänden NABU und BUND, Margit Baumann, und fragte, ob das nicht auch in Bad Oldesloe umsetzbar wäre.

Friedhofsleiter kreierte selbst Kreuze

Schnell setzte sich Margit Baumann mit der Friedhofsverwaltung in Verbindung. Der Leiter, Jörg Lelke, der 2019 bereits den Bau und das Aufstellen von Vogelfutterhäusern für die ganzjährige Fütterung unterstützt hatte, war sofort an der Idee interessiert. Er entwarf einen Prototyp für ein 60 Zentimeter großes Holzkreuz, das in die auf dem Friedhof vorhandenen 20 Schöpfbecken passt und stellte sogar das nötige Holz und die Schrauben zur Verfügung.

Danach gingen drei Jugendgruppen – die Naturschutzgruppe JUNa (Jugend für Umwelt und Naturschutz), die Jugendgruppe des Nachbarschaftszentrums SchanZe und der Naturkurs der Grundschule West – unter der Anleitung von Margit Baumann an die Arbeit und bauten mit Sägen, Beitel und Hammer, Bohrer, Schrauben usw. die Kreuze und beschrifteten und bemalten sie mit wasserfesten Farben, damit die Friedhofsbesucher beim Wasser schöpfen über die Funktion der neuen Kreuze informiert sind und sie nicht aus den Becken entfernen.

Friedhof Lebensraum für Tiere

Am Dienstag vergangener Woche übergaben die Kinder der Gruppen gemeinsam ihre Werke an den Friedhofsleiter. Jörg Lelke erklärte bei einer Führung über den Friedhof, während die Kreuze gleich in die Schöpfbecken eingesetzt werden konnten, dass ein Friedhof nicht nur Begräbnisstätte ist, sondern auch Lebensraum für viele Tierarten. Insekten haben ein großes Nahrungsangebot von den ersten Frühblühern über Wiesenkräuter und blühenden Gehölze, unter der rissigen Rinde zahlreicher alter Bäume können viele Insektenarten ihre Eier ablegen. Auch zahlreiche Vogelarten leben auf dem Friedhof, so brütet ein Graureiher in einem hohen alten Nadelbaum, Eulen haben Schlafbäume auf dem Friedhof und brüten möglicherweise in einem aufgehängten Eulen-Nistkasten, auch kleinere Vogelarten konnten in den Bäumen und an den Futterhäusern beobachtet werden.

Mit den neuen Trinkhilfen in den Schöpfbecken hoffen die Kinder nun, das Leben einiger Vogel- und Insektenarten an heißen und trockenen Sommertagen zu erleichtern.

Jürgen Baumann

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